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Untersuchung belegt: Massage hilft bei Muskelverletzungen

Eine Massage nach anstrengendem Training kann nach einer kleinen Studie die Heilung der verletzten Muskeln ankurbeln

Zu diesem Ergebnis kommen kanadische Forscher nach der Untersuchung von Muskelgewebe von elf gesunden Männern. Durch die Massage seien Entzündungszeichen gehemmt und Stoffe entstanden, die Muskelzellen bei der Produktion von neuen Mitochondrien helfen. Mitochondrien gelten als die Kraftwerke der Zelle.

Justin Crane und Kollegen von der McMaster-Universität in Hamilton (Ontario) sehen in ihrer Studie einen Beleg für die subjektiv empfundene Besserung von Beschwerden nach Massagen, beispielsweise bei Sportlern oder Menschen mit Muskelproblemen. Sie präsentieren die Ergebnisse im US-Fachjournal „Science Translational Medicine".

Die Teilnehmer unterzogen sich einem Radfahr-Training, das sie an ihre Grenzen brachte. Die Haut über den beiden vorderen Oberschenkelmuskeln wurde mit Öl eingerieben, aber nur ein Bein für zehn Minuten massiert. Anschließend wurden von beiden Oberschenkelmuskeln (Musculus quadriceps femoris) Gewebeproben entnommen. Dies erfolgte 2,5 Stunden später noch einmal.

Durch die Massage wurden die ermüdeten Muskeln jedoch nicht von Milchsäure (Laktat) „gereinigt", wie früher oft angenommen wurde. Milchsäure galt lange als Auslöser von Muskelkater. Inzwischen gehen Forscher jedoch davon aus, dass die Muskelschmerzen durch feinste Verletzungen im Gewebe ausgelöst werden.

BVKJ: Sprachentwicklungsstörungen sind nicht nur ein Problem der Krankenkassen

Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte(BVKJ) fordert mehr und bessere Sprachentwicklungsförderung im Rahmen umfassender frühkindlicher Bildung und Entwicklungsanregung

„Im Alter von 5-6 Jahren, zum Schuleingang, werden heute bei 38% der Jungen und 30% der Mädchen Entwicklungsstörungen des Sprechens und der Sprache festgestellt, gut die Hälfte dieser Kinder bekommt teure Sprachheilbehandlungen“, zitiert Dr. Wolfram Hartmann, Präsident des BVKJ, aus dem am Mittwoch in Berlin von der Barmer GEK veröffentlichten Arztreport mit dem Schwerpunkt Kindergesundheit. „Das sind Zahlen, die wir seit Jahren aus eigenen Untersuchungen und aus den Schuleingangsuntersuchungen kennen. Zu einem großen Teil handelt es sich um Kinder aus bildungsfernen Familien, in denen nicht viel gesprochen wird und der Fernseher oder die Playstation die familiäre Kommunikation ersetzt, oder Familien mit Migrationshintergrund, in denen nur wenig deutsch gesprochen wird. Nur etwa jeder zehnte Fall hat eine medizinische Ursache.“ Verursacht würden die meisten Sprachentwicklungsstörungen durch familiäre Anregungsdefizite, die nicht nur zu Störungen der Sprachproduktion, sondern auch des viel ernster zu nehmenden Sprachverständnisses führen können. Deshalb erkläre sich, dass betroffene Kinder viel häufiger die Schule abbrächen oder nur schlechte Schulnoten beim Schulabgang aufwiesen. Allein die Störung der Sprachentwicklung könne also durchaus eine schlechte Sozialprognose bedeuten. Sprachentwicklungsstörungen seien deshalb eben nicht nur ein Kostenproblem für die Krankenkassen, sondern von teilweise schicksalhafter Bedeutung für die Kinder.

Abhilfe sieht Hartmann in der so früh wie möglich einsetzenden Förderung der Kinder unter Einbezug der Familien. „Besondere Unterstützung brauchen Familien in den bildungsfernen Schichten,“ betont der Verbandspräsident. „Deshalb fordere ich zum wiederholten Male die Bildungspolitik auf, ausreichende und bestqualifizierte Plätze in Krippen oder Kitas zur Verfügung zu stellen, um unter Einbezug der Familien fördern zu können. Das Medizinsystem kann mit seinem individualtherapeutischen Ansatz diese wichtige gesellschaftlich-pädagogische Aufgabe nicht übernehmen.“

Bezüglich der Barmer-GEK Zahlen zu Vorsorgeuntersuchungen sagte Hartmann, dass er sehr erfreut sei, dass mit Ausnahme der erst 2009 eingeführten U7A wenigstens 90% der Kinder von der U3 angefangen bis zur U9 teilnähmen. Diese Zahlenmittel aus den Jahren 2009 bis 2010 dürften heute aufgrund der jetzt bundesweit verbindlichen Vorsorgeuntersuchungen noch deutlich besser sein. Dies lasse sich am Beispiel des Saarlandes ablesen, in dem seit 2007 verpflichtende Vorsorgen eingeführt wurden und im Mittel bei allen Vorsorgen Teilnahmeraten um 97% erreicht würden.

Zietz: "Studierende für Neurorehabilitation begeistern"

Dr. Dörte Zietz hat am 2. Januar 2012 an der Hochschule für Gesundheit (hsg) die Professur für Physiotherapie angetreten

„Mich begeistert, dass an der hsg nicht nur angehende Physiotherapeuten studieren, sondern auch zukünftige Ergotherapeuten, Logopäden, Hebammen sowie Gesundheits- und Krankenpfleger. Diese interdisziplinäre Zusammenarbeit habe ich in meiner praktischen Tätigkeit und auch während meines Bachelorstudiums als sehr bereichernd und wichtig empfunden. Ich freue mich sehr auf die Zusammenarbeit mit meinen Kolleginnen und Kollegen und wünsche mir, dass ich die Studierenden für Neurorehabilitation und Neurowissenschaft begeistern kann“, sagte Prof. Zietz in Bochum.

Zietz hat sich in ihrem Studium und in ihrer Forschung schwerpunktmäßig mit der Bewegungsanalyse und mit der Rehabilitation nach Störungen des zentralen Nervensystems beschäftigt. In der Neurorehabilitation geht es um den Prozess und die Maßnahmen, um Menschen nach Funktionsstörungen des Nervensystems wieder in den Alltag einzugliedern. An der hsg wird sich Zietz vorrangig um das Thema Neurorehabilitation bei Kindern und Erwachsenen mit angeborenen oder erworbenen Hirnschädigungen sowie degenerativen Erkrankungen des Nervensystems kümmern. Außerdem wird sie den Aufbau des Bewegungsanalyselabors an der hsg unterstützen.

Als Forschungsschwerpunkt hat sie sich die Funktionsdiagnostik und Therapie von oberen Extremitäten bei Kindern mit Zerebralparese vorgenommen. Unter Zerebralparese versteht man Bewegungsstörungen, die nach einer Schädigung des sich entwickelnden Gehirns auftreten.

„Wir haben mit Frau Prof. Zietz eine Kollegin für die hsg gewinnen können, die einige Forschungserfahrung im Ausland gesammelt hat. Wir freuen uns auf die Unterstützung durch unsere junge, forschungsaktive Kollegin mit internationaler Erfahrung“, sagte Prof. Dr. Christian Grüneberg, Leiter des Studiengangs Physiotherapie der hsg.

Prof. Dörte Zietz hat im Jahr 1997 ihren Abschluss als staatlich anerkannte Physiotherapeutin in Berlin gemacht. Von 1997 bis 2011 hat Zietz als Physiotherapeutin in Wandlitz, Tübingen und Oxford gearbeitet. Im Jahr 2003 schloss sie ihr Bachelor-Studium an der HAWK Hildesheim, Holzminden, Göttingen mit dem Bachelor of Science „Physiotherapy“ ab. An der School of Psychology der University of Birmingham beendete sie im September 2006 ihr Master-Studium und reichte im März 2011 ihre Dissertation an der School of Sport & Exercise Sciences der University of Birmingham ein.

In ihrer klinischen Arbeit als Physiotherapeutin hat Zietz sich unter anderem um die zwei- und dreidimensionale Ganganalyse von Kindern und Erwachsenen mit neurologischen und orthopädischen Störungen beschäftigt. Die neurologische Rehabilitation von Jugendlichen und Erwachsenen nach erworbenen Hirnschädigungen und andere zentralnervösen Erkrankungen steht seit Beginn der klinischen Arbeit als Physiotherapeutin im Zentrum ihrer Interesses.

Dörte Zietz zeigte sich von der sehr guten technischen Ausstattung der Hochschule positiv überrascht. Zietz: „Ich freue mich über die damit verbundenen Perspektiven für qualitativ hochwertige Lehre und Forschung.“

Kontakt: Prof. Dr. Dörte Zietz, Tel. +49 (0) 234 77727-623, doerte.zietz@hs-gesundheit.de