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Anwendung elektrischer Energie: Elektrotherapie > Leitsymptom Motorische Störungen

2. Leitsymptom Motorische Störungen (Bewegungsstörungen)



Leitsymptom Motorische Störungen - Diagnose: Abbau von Muskelmasse (Inaktivitätsatrophie/Muskelatrophie)
Therapie: Mittelfrequenz
Dauer: bis zur Ermüdbarkeitsgrenze
Behandlungsbeschreibung: Es werden zwei Elektroden auf den betroffenen Muskel gelegt und es kommt zu 5 bis 24 Kontraktionen/Minute (der Muskel zieht sich zusammen), diese werden durch aktive Bewegungen vom Patienten unterstützt.


Leitsymptom Motorische Störungen - Diagnose: Gesichtslähmung (Fazialislähmung)
Therapie: faradische Serienimpulse oder Exponentialströme
Dauer: bis zur Ermüdbarkeitsgrenze
Behandlungsbeschreibung: Eine Elektrode wird im Nackenbereich angelegt, die zweite befindet sich im Gesicht. Der Patient spürt das Zusammenziehen der Gesichtsmuskulatur. Die passenden Reizparameter (Impulsdauer, Pausendauer und Stromstärke) werden vorher genau vom Therapeuten ermittelt. Kann der Patient eigenständig die Muskeln anspannen, sollte keine Elektrostimulation mehr durchgeführt werden, sondern nur noch aktive Krankengymnastik.


Leitsymptom Motorische Störungen - Diagnose: Fallfuß/Steppergang (Peroneuslähmung)
Therapie: faradische Serienimpulse oder Exponentialströme
Dauer: bis zur Ermüdbarkeitsgrenze
Behandlungsbeschreibung: Entweder werden beide Elektroden an der Unterschenkelaußenseite angelegt oder eine Elektrode im Muskelverlauf und die zweite auf dem Oberschenkel. Die passenden Reizparameter (Impulsdauer, Pausendauer und Stromstärke) werden vorher genau vom Therapeuten ermittelt. Der Patient spürt das Zusammenziehen der Unterschenkelmuskulatur und sieht eine Bewegung des Fußes. Der Patient sollte versuchen, die Bewegung aktiv zu unterstützen.


Leitsymptom Motorische Störungen - Diagnose: Halbseitenlähmung/Schlaganfall (Hemiplegie)

Therapie: EMG-getriggerte Elektrostimulation
Dauer: bis zur Ermüdbarkeitsgrenze
Behandlungsbeschreibung: Es werden zwei Elektroden, die der Fläche des zu behandelnden Muskels entsprechen, auf den Antagonisten (der Muskel, der dem betroffen Muskel entgegenarbeitet) befestigt. Der Patient spürt eine Kontraktion, die aber keine Spastik auslösen darf.

Therapie: Mehrkanalstimulation mit mittelfrequenten Strömen
Dauer: bis zur Ermüdbarkeitsgrenze
Behandlungsbeschreibung: Ein Stromkreis mit zwei Elektroden kommt auf die Antagonisten zur Kräftigung, der zweite Stromkreis mit wieder zwei Elektroden kommt auf die Agonisten (der betroffene Muskel), um den dortigen Tonus (Spannung) zu senken.

Therapie: Stangerbad
Dauer: > 20 Minuten im Bad und ca.30 Minuten Ruhepackung
Behandlungsbeschreibung: Der Patient liegt in einer Spezialwanne mit warmen Wasser. In dieser Wanne befinden sich Elektroden. Der Strom fließt von den Elektroden, die auf der spastischen Seite sind, durch den Körper zur anderen Seite der Wanne. Der Patient nimmt ein angenehmes Kribbeln war. Durch den Strom wird die Spastik weniger, nach der Behandlung sollte sich der Patient unbedingt noch ca. 30 Minuten in einer Ruhepackung ausruhen. Danach sollte unbedingt Krankengymnastik durchgeführt werden. Für viele Menschen ist die Verbindung von Elektrizität und einem Bad negativ belegt. Die Angst vor einem Stromschaden ist für Viele ein Problem. Die elektrischen Bäder sind Spezialgeräte, die für diese Verfahren vorgesehen sind, und sie weisen in Deutschland höchste Sicherheitsstandards auf!