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MFT: Myofunktionelle Therapie



(Wortteil "myo-" = Muskel-); Therapie von myofunktionellen Störungen;

Myofunktionelle Störungen betreffen spezifisch die äußere und innere Muskulatur des Mundes. Auf Grund dieser Störungen werden Muskelspannungen und Bewegungsmuster beeinträchtigt (falsche Zungenruhelage, falsche Schluckmuster, Störungen der Aussprache).

Die Ursachen solcher myofunktioneller Störungen sind vielfältig und werden meist im Säuglingsalter entwickelt. Ursachen können beispielsweise sein:

  • Flaschenernährung mit ungeeignetem Sauger
  • Gewohnheiten wie Daumenlutschen oder Nägelkauen
  • behinderte Nasenatmung
  • Wachstumsanomalien


Darüber hinaus können die Störungen durch Vererbung erworben werden.

Gerade die zu lange Verwendung von Nuckeln oder dauerhaftes Daumenlutschen kann über myofunktionelle Störungen hinaus zu nachhaltigen Verformungen der Kiefer und zu Zahnfehlstellungen führen.

Myofunktionelle Störungen lassen sich therapieren. Die hierzu angewandten so genannten Myofunktionellen Therapien (MFT) führen vornehmlich Logopäden oder Sprachheilpädagogen, seltener Kieferorthopäden, durch.

Das Therapieziel ist die unwillkürliche Beherrschung eines korrekt ablaufenden Schluckvorganges auf der Basis einer ausgeglichenen Gesichtsmuskel-Balance und wird in folgenden wesentlichen Schritten, die individuell zu variieren bzw. zu gewichten sind, erreicht:

  • Zunächst muss ein eventuell noch vorhandenes Lutschverhalten an Fingern, Schnullern oder anderen Objekten abgewöhnt werden.
  • Als nächstes ist die Bewusstmachung und Einübung der korrekten Zungenruhelage notwendig. Dazu eignen sich in erster Linie gezielte Übungen zur Flexibilisierung und Stärkung der Zungen- und Gesichtsmuskulatur.
  • Ergänzt wird dieser Therapiefortschritt durch spezielle Übungen für den Mittelteil der Zunge.
  • Der nächste Schritt besteht in der Einübung des korrekten Schluckvorgangs durch bewusstes Schlucken zunächst fester Nahrung.
  • Dann erfolgt die Erweiterung der Fähigkeit des bewussten Schluckens von Flüssigkeiten; oder anders ausgedrückt: es wird um bewusstes Flüssigschlucken erweitert.
  • Erst wenn die Fähigkeit, bewusst richtig zu schlucken, vollständig entwickelt ist, muss dieses neue Verhalten automatisiert werden, um das bisherige falsche Schluckverhalten nachhaltig zu ersetzen.