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07.01.09

Rückenfreunde - Rückenfeinde.


Täglich beeinflussen positive und negative Faktoren die

Gesundheit unseres Rückens. Geraten sie ins Ungleichgewicht, drohen Schmerzen und

Erkrankungen.


Täglich beeinflussen positive und negative Faktoren die

Gesundheit unseres Rückens. Geraten sie ins Ungleichgewicht, drohen Schmerzen und

Erkrankungen.
Dr. Reinhard Schneiderhan, Orthopäde aus München und Präsident der

Deutschen Wirbelsäulenliga stellt die wichtigsten Aspekte vor.



Rückenfeinde



Büroarbeit

Rund 80.000 Stunden verbringen viele Menschen im Laufe ihrer Karriere

sitzend - nicht selten in ungünstiger Position. Kein Wunder also, dass Büroarbeit

das Kreuz schädigt. "Nicht ausschließlich die fehlerhafte Sitzhaltung trägt Schuld

an Beschwerden. Häufig gehen im Stress ausreichende Pausen völlig unter", sagt Dr.

Schneiderhan. Darum empfiehlt es sich, selbst kleine Unterbrechungen von wenigen

Minuten in den Tagesablauf zu integrieren. Ausgiebiges Strecken oder

Lockerungsübungen schützen vor Verspannungen und Schmerzen.



Übergewicht

Zu viele Pfunde belasten den Rücken und ziehen vor allem die

Bandscheiben stark in Mitleidenschaft. Risse bis hin zu Bandscheibenvorfällen treten

als Folge auf. "Zwar kämpfen auch Normalgewichtige mit krankhaften Veränderungen,

doch geht Adipositas in der Regel mit Bewegungsmangel einher, der zusätzlich

schadet", weiß Dr. Schneiderhan. Daher leistet der Verlust überflüssiger Kilos einen

enormen Beitrag zur Rückengesundheit.



Kummer

Seelische Nöte wirken sich negativ auf den ganzen Körper aus. Davon bleibt

der Rücken nicht verschont. Bedrückte Menschen lassen regelrecht die Schultern

hängen. Resultat: Verspannungen und Schmerzen. Zudem zeigen Niedergeschlagene selten

Interesse an Aktivität und belasten ihre Wirbelsäule umso mehr. "Gerade in

sportlicher Betätigung liegt eine heilende Wirkung, da unser Körper unter

Anstrengung Endorphine ausschüttet ", weiß Dr. Schneiderhan. Aus Fitness lässt sich

also neue Kraft schöpfen und dunkle Wolken verschwinden zusammen mit den

Beschwerden.



 

Rauchen

Um negative Auswirkungen des Zigarettenkonsums wissen viele Raucher. Doch

der Glimmstängel schadet selbst dem Rücken. "Nikotin belastet den

Bandscheibenstoffwechsel, da die sensiblen Puffer Nährstoffe nur noch erschwert

aufnehmen", verdeutlicht Dr. Schneiderhan. Zusätzlich begünstigt das Nervengift die

Entstehung eines verengten Wirbelkanals, der sogenannten Spinalkanalstenose. "Ein

Grund mehr, das Rauchen aufzugeben", findet der Experte.



Rückenfreunde



Bewegung

Nach wie vor gilt Sport als des Rückens bester Freund. "Bewegung beugt

Erkrankungen der Wirbelsäule äußerst effektiv vor, da sie das gesamte Muskel- und

Knochengerüst stärkt. Darum gehört Sport unbedingt als festes Element in jeden

Alltag", betont Dr. Schneiderhan. Um den Rücken nicht zu überlasten, bieten sich

schonende Sportarten an. Hierzu zählen Radfahren, Schwimmen oder Walking.



Ernährung

Ausgewogene Mahlzeiten stärken das Immunsystem sowie sämtliche

Körperfunktionen. Auch die Wirbelsäule benötigt eine besondere Nährstoffzufuhr.

Lebensmittel mit viel Kalzium und Kalium gelten als ideale Lieferanten, da sie

Muskeln stärken und Knochen schützen. "Milchprodukte oder Bananen enthalten diese

Stoffe beispielsweise", erklärt Dr. Schneiderhan.

 



Gesunder Schlaf

Nächtliche Regenerationsphasen beeinflussen den gesamten Organismus.

"Gesunde Schlafrhythmen beugen auch speziell Rückenproblemen vor", bestätigt der

Orthopäde. Tagsüber verlieren Bandscheiben an Flüssigkeit, die sie nachts wieder

auffüllen. Daher kommt der Schlafdauer entsprechende Bedeutung zu. Als gesunde

Richtwerte gelten für Erwachsene acht Stunden sowie für Ältere aufgrund des

veränderten Stoffwechsels nur fünf bis sieben Stunden, um gut erholt und ohne

Rückenschmerzen in den Tag zu starten.



 

Entspannung

Gute Laune und gelöste Stimmung erweisen sich als wahre Rückenfreunde.

"Wer sich rundum wohlfühlt, leidet auch seltener unter Muskelverhärtungen oder

Rückenschmerzen", erzählt Dr. Schneiderhan. Alltagstipp: Wellness-Tage einlegen,

ein angenehmes Umfeld schaffen oder sich einfach mal eine Massage gönnen. "Ob warmes

Vollbad oder ausgedehnter Spaziergang - meist merken wir schnell, was uns und

unserem Rücken gut bekommt", rät der Experte.

 

 




Christina ter Glane, 07.01.2009