Knochen. Körper. Mensch!
Der Osteoporose begegnen
Jeder dritte Mensch über 65 Jahren stürzt mindestens 1x pro Jahr; 5% der Stürze führen zu Knochenbrüchen und ein Fünftel davon sind hüftnahe Oberschenkelbrüche. Besteht eine verminderte Belastbarkeit wie bei einer Osteoporose, dann können bereits Bagatellunfälle im täglichen Leben zu Knochenbrüchen führen. Noch häufiger sind Wirbelkörpereinbrüche. Sie sind mit heftigen Schmerzen verbunden und führen zu Funktionseinschränkungen bei den Aktivitäten des täglichen Lebens. Nach Schätzungen gibt es in Deutschland in der Altersgruppe der über 50-jährigen 7,8 Millionen Betroffene mit einer Osteoporose. Knochenbrüche, Schmerzen und Funktionseinschränkungen können die Folge sein.
„Die Kombination aus einem aktiven Leben, einer kalziumreichen Ernährung und der Sicherstellung, nicht unter einem Vitamin D – Mangel zu leiden, eröffnet großartige Möglichkeiten, um die Gesundheit von Knochen und Muskeln zu verbessern und das Risiko für Osteoporose zu reduzieren“ sagt Prof. Cyrus Cooper, Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats zur neuen Kampagne der International Osteoporosis Foundation (IOF) – Liebe Deine Knochen – in drei Schritten zu starken Knochen.
„Zu den präventiven Maßnahmen zählen auch die Abklärung möglicher Sturzrisiken und die Risiken durch bestimmte Erkrankungen oder Medikamente“ ergänzt Frau Dr. Jutta Semler, Erste Vorsitzende des Kuratoriums Knochengesundheit e.V.
Aufklärung tut Not. „Knochen. Körper. Mensch! – Der Osteoporose begegnen“ ist der Titel eines neuen Patientenfilms des Kuratorium Knochengesundheit e.V. über die Risikofaktoren der Knochengesundheit und die aktuellen Möglichkeiten, einer Osteoporose und möglicher Knochenbrüche aktiv zu begegnen. Durch die schnelle Schnittfolge, überraschende Momente und die unkonventionelle Machart ist er Informations- und Motivationsfilm zugleich (Filmlänge: 45 min.). Zielgruppen des neuen Films sind Ärzte, Kliniken, Therapeuten, Gesundheitsfachkräfte, Patienten, Selbsthilfegruppen und Rehabilitationssportvereine.
Die DVD – Knochen. Körper. Mensch! – Der Osteoporose begegnen - kann zum Preis von 12,95 Euro, zuzüglich Portokosten in Höhe von 2,20 Euro bestellt werden beim Kuratorium Knochengesundheit e.V, Leipziger Straße 6, 74889 Sinsheim unter der Telefon-Nummer 07261/9217-0 von Mo.- Fr. von 8.30 bis 12.30 Uhr oder per Mail unter:
info@osteoporose.org

Brandenburger Konsortium erforscht neue Ansätze zur Schlaganfallrehabilitation im häuslichen Umfeld
Telemedizinisches Gesamtsystems soll die ambulante Rehabilitation von Schlaganfallpatienten in deren eigenen vier Wänden unterstützen
Das kürzlich gestartete EU-Projekt „StrokeBack“ erweckt bereits jetzt großes Interesse in der internationalen Forschungslandschaft und bestätigt damit die praktische medizinische Relevanz für diesen Forschungsschwerpunkt. So wird das EU-Projekt durch den IHP-Wissenschaftler Dr. Steffen Ortmann auf dem 9. Weltkongress für Gehirnschädigungen am 24. März 2012 in Edinburgh präsentiert, davor auf der Internationalen Konferenz für Gesundheitsinformatik im portugiesischen Vilamoura vorgestellt. Aufbauend auf diesem wissenschaftlichen Know-how wird am 11.04.2012 ein Symposium für Telerehabilitation im IHP in Frankfurt (Oder) stattfinden.
Das Ziel von StrokeBack (deutsch: „zurückschlagen“) ist die Entwicklung eines telemedizinischen Gesamtsystems, das die ambulante Rehabilitation von Schlaganfallpatienten in deren eigenen vier Wänden unterstützt und mit minimaler medizinischer und therapeutischer Intervention auskommt. Es beabsichtigt neue technische Mittel und Service Strukturen zur Verfügung zu stellen, um den allgemeinen Gesundheitszustand der Patienten zu verbessern, indem diese die Anzahl und Qualität ihrer Übungsumfänge steigern können und dennoch vom System beobachtet und angeleitet werden. Durch die Sicherstellung der korrekten Ausführung therapeutischer Übungen unter automatischer Anleitung, die durch klinische Kenntnisse reguliert und nur wenn nötig therapeutisch überwacht werden, bietet das System den Patienten alle Möglichkeiten selbst sehr viel mehr und in besserer Qualität zu üben als es heute möglich ist. Dadurch verbessert und beschleunigt StrokeBack den Fortschritt der Rehabilitation und somit die Lebensqualität des Patienten.
Dazu wird der Patient mit modernsten drahtlosen Sensoren ausgestattet, die sowohl seinen Gesundheitszustand als Vitalparameter, als auch die Ausführung von physiotherapeutischen Übungen, überwachen. Das minimal-invasive System assistiert dem Patienten bei der Ausführung seiner Rehabilitationsmaßnahmen. Es hat dabei die Aufgabe ihn zu motivieren und gegebenenfalls zu korrigieren. Da einige dieser Sensoren nicht nur während der Übungseinheiten sondern auch im Alltag getragen werden, kann das System den tatsächlichen Erfolg der Übungen in Alltagssituationen überprüfen. Das heißt, das System bestimmt Umfang, Genauigkeit und Intensität der Alltagsbewegungen und gibt so Aufschluss über die Wirksamkeit der Therapiemaßnahmen.
Vervollständigt wird das System durch eine persönliche Gesundheitsakte in der therapeutische Übungen, Übungsergebnisse und Vitaldaten des Patienten gespeichert werden. Diese Akte bietet alle notwendigen Informationen, die medizinische und therapeutische Experten benötigen, um den Erfolg der Rehabilitation beurteilen und entscheidend beeinflussen zu können. Der Patient erhält somit bisher nicht verfügbare Detailinformationen zur Einschätzung seines Gesundheitszustandes und ein direktes Feedback zum Erfolg seiner Übungen und Verbesserungen der letzten Tage und Wochen, um auch deren Motivation hoch zu halten.
In Europa erleiden mehr als zwei Millionen Menschen pro Jahr einen Schlaganfall. Diese Menschen verlieren einen Teil ihrer physischen und kognitiven Fähigkeiten, zumindest für eine gewisse Zeit. Mehr als ein Drittel dieser Patienten - mehr als 670.000 pro Jahr - kehren mit Einschränkungen in ihr gewohntes Lebensumfeld zurück und ihre Lebensqualität ist erheblich vermindert. Zusätzlich wird mit zunehmendem Durchschnittsalter der Bevölkerung auch die Anzahl der Schlaganfallpatienten steigen. Experten sagen für die nächsten Jahrzehnte einen Anstieg um das Dreifache der heutigen Fälle voraus. Damit wird ein enormer Druck in Punkto Kosten und Pflegequalität auf die Gesundheitssysteme zukommen.
Da sich im Zuge des demografischen Wandels gerade im Flächenland Brandenburg dies sich besonders auswirken, passt das Projekt hervorragend in den Masterplan „Gesundheitsregion Berlin-Brandenburg“. Deshalb haben das brandenburgische Ministerium für Umwelt, Gesundheit und Verbraucherschutz und die ZukunftsAgentur Brandenburg das Projekt bereits in der Antragsphase befürwortet und weitere Unterstützung zugesichert.
„Das anvisierte System wird Patienten befähigen, selbst sehr viel mehr für den Rehabilitationsfortschritt beizutragen, als es heutzutage möglich ist, ohne auf therapeutische Anleitungen verzichten zu müssen. Es versorgt medizinische Experten mit bisher nicht verfügbaren Informationen über individuelle Prozesse und kann daher zu einem besseren Verständnis des Rehabilitationsprozesses, dessen Geschwindigkeit und Qualität beitragen. Wir erhoffen uns damit notwendige Kosten einzudämmen und dennoch die Lebensqualität der Patienten steigern zu können“ erklärt Dr. Steffen Ortmann, technischer Projektleiter am IHP.
Das Projekt wird von einem Konsortium unter Leitung des Leibniz-Instituts für innovative Mikroelektronik (IHP) in Frankfurt (Oder) durchgeführt. Den Projektumfang von insgesamt 4,3 Millionen EURO fördert die Europäische Kommission mit 3 Millionen EURO. Neben den vier brandenburgischen Partnern IHP Frankfurt (Oder), Brandenburg Klinik Bernau bei Berlin, MEYTEC Informationssysteme in Werneuchen und der Universität Potsdam, beteiligen sich die INTRACOM TELECOM (Griechenland), die Universität von Southampton (Großbritannien), die Universität von Pannonia (Ungarn) and Research for Science, Art and Technology LTD (Großbritannien) an dem Projekt. Mit einem zweitätigen Treffen aller beteiligten Partner am IHP in Frankfurt (Oder) ist das europäische Forschungsvorhaben „StrokeBack - Telemedicine System Empowering Stroke Patients to Fight Back“ erfolgreich gestartet.

Osteoporose - Mehr Lebensqualität durch Information
"Liebe Deine Knochen"
In einer multinationalen Umfrage von Patienten (n=844; Frauen 55+ mit postmenopausaler Osteoporose) und Ärzten (n=837; Allgemeinmediziner und Fachärzte, die Osteoporosepatienten behandeln) der International Osteoporosis Foundation wurde festgestellt, dass Patienten sich vor den Auswirkungen der Osteoporose auf ihre Lebensqualität (zum Beispiel durch einen Knochenbruch und verminderte Aktivität) weitaus mehr fürchten als Ärzte dies zum Teil annehmen. Die Resultate zeigen auch, dass den Patienten geeignete Informationen und Möglichkeiten fehlen, um diese Bedenken zu äußern und ihre Osteoporose-Behandlung zu optimieren. Die Umfrage, die in 13 Ländern in Europa und Australien durchgeführt wurde, offenbart neue Herausforderungen in der Osteoporose-Behandlung, denen man durch verbesserte Selbstmanagementstrategien für Patienten und Kommunikationsnetzwerke im Gesundheitssystem Rechnung tragen muss.
Das Kuratorium Knochengesundheit e.V. leistet als älteste patientenorientierte Organisation in Deutschland, die sich für die Prävention, Therapie und Rehabilitation der Knochengesundheit und Patienten mit einer Osteoporose einsetzt, seit über 25 Jahren unermüdliche Aufklärungsarbeit. Es ist Anlaufstelle für Betroffene und Interessierte. Unter dem Motto „Ein Herz für Patienten“ kümmert es sich darum, aktuelle wissenschaftliche – medizinische Erkenntnisse in patientengerechter Sprache in Flyern, Broschüren und der Zeitschrift „MobilesLEBEN“ einem breiten Publikum vorzustellen.
Im Rahmen der IOF-Kampagne „Liebe Deine Knochen“ bieten wir auch in diesem Jahr allen Interessierten und betroffenen Patienten eine Sprechstunde Knochengesundheit zum Austausch von Gedanken, Meinungen und Erfahrungen. Wir möchten mit Ihnen über aktuelle Themen zur Diagnostik, zur Prävention und Therapie der Osteoporose und anderer Knochenerkrankungen diskutieren.
Die Sprechstunde Knochengesundheit steht allen registrierten Nutzern kostenlos als Diskussionsforum zur Verfügung. Ein unkontrollierter Gastzugang ist aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich. Bitte fordern Sie Ihre Login - Daten bei der Geschäftsstelle des Kuratorium Knochengesundheit e.V. an:
info@osteoporose.org

