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Gesunde Bewegungsunruhe fördert die Entwicklung von Kindern

SBK empfiehlt: Kinder kippeln lassen

Bewegungsmangel ist eine der Hauptursachen für einen krummen Kinderrücken. Bereits im Grundschulalter sitzen Schulkinder durchschnittlich neun Stunden täglich und bewegen sich nur eine Stunde. Die SBK (Siemens-Betriebskrankenkasse) empfiehlt daher: Eltern sollten ihren Nachwuchs kippeln und auf den Stühlen hin- und herrutschen lassen. Denn auch das ist eine Form der Bewegung – und daher förderlich für die Entwicklung der Sprösslinge.

Wer kennt sie nicht, die Ermahnungen der Eltern, stillzusitzen. Aber was gut gemeint ist, ist nicht immer das Beste. Denn Studien beweisen: Kippeln ist gesund. Es nimmt den Druck vom kindlichen Brustbein, so die Bundesarbeitsgemeinschaft für Haltungs- und Bewegungsförderung, die in Zusammenarbeit mit dem Projekt "Kid-Check" der Universität Saarland eine Studie zum Sitzverhalten von Kindern durchgeführt hat. Dadurch verbessert sich die Körperhaltung und die Kinder atmen leichter. Und nicht nur das: Auch die Aufmerksamkeits- und Konzentrationsfähigkeit nimmt zu, wodurch die Kinder leichter lernen.

Allerdings birgt das Kippeln auch Gefahren – allzu leicht kann das Kind hintenüber fallen und sich verletzen. Daher ist Vorsicht geraten: Für die Gesundheit reicht auch, das so genannte "dynamische Sitzen" zu erlauben. Das heißt: Wippen, regelmäßiges Wechseln der Sitzposition, auf dem Stuhl herumrutschen oder auch zwischendurch aufstehen.

Singen gegen Sprachstörungen

Singen fällt Patienten leichter als sprechen

Nach einem Schlaganfall fällt vielen Patienten singen leichter als sprechen. Diese Entdeckung nutzen Forscher der Harvard-Universität für die Behandlung von Schlaganfallpatienten mit Sprachstörungen.

Gesunde Hirnhälfte hilft dem Sprachzentrum

Wenn ein schwerer Schlaganfall das Sprachzentrum schädigt, lernen die Betroffenen leichter wieder sprechen, wenn sie die Worte zunächst singen. Diese Untersuchungsergebnisse präsentierte der Neurologe Prof. Gottfried Schlaug von der Harvard-Universität auf der Jahrestagung der "American Academy of the Advancement in Science" (AAAS). Er zeigte dort Videoaufnahmen von Schlaganfallpatienten, die zwar kaum sprechen, einen Text aber singen konnten – ein Ansatzpunkt für die Behandlung von Sprachstörungen.

Schlaug erklärt sich das Phänomen damit, dass Musik Areale in beiden Hirnhälften nutzt, Sprache aber auf die linke Seite beschränkt isti. Der Patient könne sich so mit der gesunden Seite durch die Melodie ein Gerüst für die Sprache schaffen und damit auch das Sprachzentrum wieder aktivieren. Anfangs lernen die Patienten 100 einfache Sätze als Tonfolgen wie "Ich muss auf die Toilette" oder "Ich habe Hunger". So können sie sich nach und nach immer besser mitteilen. Der Forscher hat sogar Patienten erlebt, die nach der Musiktherapie eine öffentliche Rede halten konnten.

Angehörige können helfen

Dass durch die Musiktherapie in den angesprochenen Hirnzentren tatsächlich neue Verbindungen geknüpft werden, belegen Hirnaufnahmen. Ein Nachteil der Therapie sei, dass sie recht aufwändig ist, sagt Schlaug. 75 Sitzungen sind notwendig, bis die Patienten sich gut mitteilen können. Dem Wissenschaftler zufolge könnten allerdings auch Angehörige und Freunde der Patienten das Verfahren erlernen und mit den Betroffenen üben.

Infoportal zu ADHS ist gestartet

Orientierungshilfe für Eltern

Ein neues Internetportal bietet der Öffentlichkeit solide und faktenbasierte Informationen rund um das Thema "Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS)". Das "ADHS Infoportal" wird vom zentralen "adhs-netz" mit finanzieller Förderung des Bundesministeriums für Gesundheit entwickelt. Die Internetseite www.adhs.info richtet sich in einem ersten Schritt zielgerichtet an Eltern und Erziehungspersonen der von ADHS betroffenen Kinder. Es bietet speziell auf ihren Bedarf abgestimmte Informationen und eine Vielzahl von Hilfen. Diese Informationen orientieren sich strikt an den Ergebnissen wissenschaftlicher Studien und Leitlinien von Fachgesellschaften und Expertengruppen. Schrittweise wird das Informationsangebot für Pädagogen und für betroffene Kinder, Jugendliche und Erwachsene ausgebaut.

Bundesgesundheitsminister Dr. Philipp Rösler erklärt dazu: "Kinder, die von ADHS betroffen sind, bedürfen einer speziell auf sie zugeschnittenen medizinischen Behandlung und Unterstützung. Hierzu haben die medizinischen Fachgesellschaften eine wissenschaftliche Leitlinie erarbeitet, die multidisziplinäre therapeutische Konzepte vorsieht. Das Bundesministerium für Gesundheit setzt sich dafür ein, dass sich möglichst flächendeckend eine leitlinienorientierte Gesundheitsversorgung zu ADHS entwickelt. Dazu ist es von großer Bedeutung, dass auch Eltern und Fachleute solide und wissenschaftlich abgesicherte Informationen zu ADHS und deren Behandlungsmöglichkeiten erhalten. Die fachgerechte Aufklärung über ADHS ist ein wichtiges Anliegen des Bundesgesundheitsministeriums und erklärtes Ziel der Strategie der Bundesregierung zur Förderung der Kindergesundheit. Das heute gestartete Infoportal ist ein bedeutender Schritt dazu."

Die Daten des Kinder- und Jugendgesundheitssurvey belegen, dass psychische Auffälligkeiten bei Kindern und Jugendlichen keine Ausnahmen mehr sind. Von besonderer Bedeutung ist ADHS. Viele Eltern sind verunsichert, wie sie mit dieser Erkrankung umgehen sollen und wo sie fachgerechte medizinisch-therapeutische Hilfe finden können. Hier soll das neue Infoportal eine erste Orientierung bieten.

Das zentrale adhs-netz, das die Internetseite erstellt hat, hat es sich als bundesweites aktives Netzwerk zum Ziel gemacht, Unterstützung für ein umfassendes Gesundheitsmanagement für Menschen mit ADHS zu bieten.



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